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Das Schulprogramm der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe

(einstimmiger Beschluss der Schulkonferenz vom 27.06.02
Bearbeitung nach weiteren Schulkonferenzbeschlüssen, Stand 07.04)

1. Grundsätze

1.1. Präambel

Die Integrierte Gesamtschule ist eine weiterführende allgemeinbildende Schule nach dem Schulgesetz des Landes Schleswig-Holstein, die den Schülerinnen und Schülern alle Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen ermöglicht.

Das sind:

Hauptschulabschluss
Mittlerer Bildungsabschluss
Fachhochschulreife
Allgemeine Hochschulreife

Sie ist deshalb die Schule für alle Schülerinnen und Schüler.

Die Integrierte Gesamtschule versteht sich als Schule eines demokratisch verfassten Gemeinwesens und folgt deswegen einem dynamischen Begabungsbegriff.

Erzieherisches Handeln hat sich in einer offenen Gesellschaft offen zu verstehen. Dieses Handeln ist demokratisch zu rechtfertigen, muss jederzeit veränderbar sein, hat sich an den Forderungen einer modernen Gesellschaft zu orientieren und muss das Kind in den Mittelpunkt der Überlegungen stellen.

Die Schule als Instrument dieses Handelns muss junge Menschen von Anbeginn als Subjekte innerhalb des Erziehungs- und Lernprozesses begreifen. Junge Menschen müssen Gelegenheit bekommen, ihre Erfahrungen zu machen, ihre Ansichten zu entwickeln und ihre Entscheidungen treffen zu können, damit sie eine eigene Identität entwickeln und selbständig werden.

Damit ist als Ausgangspunkt für schulische Bildung und Erziehung das Bedürfnis junger Menschen zu sehen, die Welt zu deuten und nach dem Sinn in ihrem Dasein zu fragen und zu suchen. All dies geschieht vor dem Hintergrund einer widersprüchlichen gesellschaftlichen Wirklichkeit, die gekennzeichnet ist durch Unterschiede in der individuellen Wertorientierung, durch unterschiedliche kulturelle Traditionen sowie durch unterschiedliche soziale Situationen unserer Schülerinnen und Schüler.

Die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe leistet ihre Arbeit vor diesem Hintergrund. Sie strebt die enge Einbindung in das kulturelle, soziale und gesellschaftliche Leben der Stadt Bad Oldesloe und deren näherer Umgebung an.

Die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe ist vierzügig und nimmt jedes Jahr 100 Schülerinnen und Schüler in den 5. Jahrgang auf. Sie umfasst die Jahrgangstufen 5 - 10 und in der Oberstufe den 11. - 13. Jahrgang.

Die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe differenziert nach Neigung, Eignung und Leistung. Diese Differenzierung erfolgt als Binnendifferenzierung und als Außendifferenzierung.

1.2. Die vier pädagogischen Grundsätze der Schule

An der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe lernen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Voraussetzungen. Aufbauend auf ihrem Alltags-, Handlungs- und Schulwissen muss die Schule an den Interessen der Schülerinnen und Schüler anknüpfen und den Unterricht entsprechend gestalten.

Die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe bekennt sich zum ganzheitlichen Lernen. Das bedeutet, dass vielfältige Lerngelegenheiten nicht fachspezifisch getrennt genutzt werden, sondern dass Lernen in erster Linie prozessorientiert, produktorientiert und projektorientiert stattfindet.

Dabei ist immer zu überprüfen, ob das Lernen den Lernenden befähigt, sich in einer sich schnell wandelnden Welt zu behaupten, sein Leben aktiv zu gestalten und auf neue Herausforderungen und Erkenntnisse angemessen zu reagieren. Lerngelegenheiten sind auch daran zu messen, inwieweit sie Systemwissen, Bildungswissen und "Zukunftswissen" vermitteln.

Die Öffnung der Schule als innerschulische Maßnahme muss daher einhergehen mit der Öffnung der Schule nach außen. Die Schule orientiert sich dabei nicht nur an der Wirklichkeit außerhalb der Schule, sondern sie holt Lerngelegenheiten in die Schule. Ökologisch vertretbares Handeln soll dabei als wesentlich betrachtet werden.

In der Oberstufe gelten bei aller Anpassung an die Rechtsvorschriften der gymnasialen Oberstufe weiterhin die pädagogischen Grundsätze der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe.

1.3. Die Verfolgung der schulischen Grundsätze

1.3.1. Formen des Unterrichts

Die vier Grundsätze spiegeln sich in den folgenden Formen des Unterrichts:
Referierender Unterricht klärt Sachverhalte für Lerngruppen.
Binnendifferenzierender Unterricht ermöglicht individuelle Lernerfahrungen bei unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
Lernen in Vorhaben fördert die Ausrichtung von Lerngruppen an unterschiedlichen Zielen.

1.3.2. Die Bedeutung der Fächer

Die vier Grundsätze werden von allen Fächern berücksichtigt, die an der Schule unterrichtet werden. Deshalb müssen die Lehrkräfte der Fächer in den Fachgruppen und über die Fächergrenzen hinaus zusammen arbeiten.

 


1.3.3. Musischer Schwerpunkt

Die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe betrachtet die musische Arbeit als einen Schwerpunkt. Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild ist die musische Erziehung eine der Grundlagen für eine Erziehungsarbeit, die den jungen Menschen nicht nur befähigt, seine ökonomische Existenz zu sichern, sondern ihn auch in die Lage versetzt, seine sinnlichen Erfahrungen in vielfältigem Tun zu machen und sich als Individium in der Einheit von Kopf, Herz und Hand zu erleben. Gerade bei der musischen Betätigung sind außerdem vielfältige soziale Erfahrungen möglich.
Diese Schwerpunktbildung soll verstärkt werden durch die Kooperation mit außerschulischen musischen Aktivitäten (Jugendmusikschulen, Sportvereinen, Theatergruppen, VHS u. a.). Aus der Schule heraus sollen Aktivitäten unterstützt und wenn möglich auch initiiert werden.

1.3.4. Die Stundentafel

Zur Schaffung eines eigenständigen Profils arbeitet die Integrierte Gesamtschule Bad Oldesloe grundsätzlich mit folgender Stundentafel:

Fach Jg 5 Jg 6 Jg 7 Jg 8 Jg 9 Jg 10
Religion / Philosophie 2 2 2 1 2 2
Deutsch 4 4 4 4 4 4
Englisch 5 4 4 4 4 4
Mathematik 4 4 4 4 4 4
Naturwissenschaften
3 3 3 4 5 5
Weltkunde 2 3 4 4 4 4
Kunst 2 2 2     2
Musik 2 2   2    
Musisches Projekt
    2 2 2  
Neigungsdifferenzierung
2 2        
Wahlpflichtfach I
    4 4 4 4
Wahlpflichtfach II         2 2
Sport 2 2 2 2 2 2
Klassenrat 1 1 1 1 1 1
Lernen lernen 1 1 1      
individuelle Lernplanung   2        
Gesamtschülerstunden 30 32 33 32 34 34

 

1.3.5. Würdigung der Leistungen

Aus den Grundsätzen der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe folgt, dass Lernleistungen individuell gewürdigt werden. Dies geschieht auf unterschiedliche Art und Weise:

Am Ende des ersten Halbjahres der Klassenstufe 5 erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Allgemeinen Lernbericht.
Bis zum Ende der Klassenstufe 7 erhalten die Schülerinnen und Schüler halbjährlich einen Allgemeinen Lernbericht und Fachlernberichte.
Von der Klassenstufe 8 bis zum Ende der Klassenstufe 10 erhalten die Schülerinnen und Schüler halbjährlich ein Ziffernzeugnis mit allgemeinen Bemerkungen zum Sozial- und Lernverhalten.

1.3.6. Differenzierung

Die Differenzierung an der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe soll helfen, allen Schülerinnen und Schülern einen gemeinsamen Grundbestand an Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen zu vermitteln, der es ihnen ermöglicht, selbstverantwortlich und kritisch zu handeln.
Zudem soll die Differenzierung Hilfe zur Selbstverwirklichung geben, indem sie durch ein vielfältiges Angebot an Lerngelegenheiten den individuellen Möglichkeiten Raum gibt.

An der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe findet in den Klassenstufen 5 und 6 keine leistungsbedingte Trennung der Lerngruppen statt mit Ausnahme der besonderen Förderung der Kinder mit LRS. Die unterschiedlichen Lerntempi und Leistungsvermögen werden durch binnendifferenzierende Maßnahmen berücksichtigt. Erst ab Klassenstufe 7 findet in den Fächern Mathematik und Englisch außendifferenzierter Unterricht statt. Dieser Unterricht soll in der Regel nicht mehr als zwei Niveaustufen umfassen. Ab Klassenstufe 8 kommt Deutsch, ab Klassenstufe 9 Naturwissenschaften zu diesem Bereich hinzu.
Auch in den Niveaustufen ist eine Binnendifferenzierung weiterhin unerlässlich. Übergänge zwischen den Stufen müssen sorgfältig vorbereitet werden.
Individuelle Beratung und Förderung sollen dazu führen, dass kein Kind an der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe eine Klasse wiederholen soll. Nur in besonderen Fällen kann die Empfehlung ausgesprochen werden, einen Jahrgang zu wiederholen. Dabei beraten Eltern, Kind und Schule gemeinsam.

1.3.7. Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sind an Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe von besonderer Bedeutung, da sie für die Grundsätze in ihrer Klasse verantwortlich sind. Daher bilden in den Klassenstufen 5 - 10 immer zwei Klassenlehrer das Klassenteam, die acht Klassenlehrer eines Jahrgangs bilden das Jahrgangsteam.

1.3.8. Eltern und Schule

Zu einer lebendigen Schule gehören mitverantwortliche und mitarbeitende Eltern. Diese brauchen an der Schule Verantwortungsbereiche und Kompetenzen, um die Schule mitgestalten zu können. Um eine gute Beziehung zwischen den an der Schule Beteiligten zu fördern, ist eine umfassende Kommunikation erforderlich. Dafür eignen sich Elternabende, Treffen innerhalb der Tischgruppen, Einzelgespräche und Hausbesuche der Lehrerinnen und Lehrer.

1.3.9. Schülerinnen und Schüler

Die Grundsätze der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe sind gerichtet auf das individuelle Lernen jeder Schülerin und jedes Schülers. Dies setzt die grundsätzliche Lern- und Mitarbeitsbereitschaft aller Schülerinnen und Schüler voraus.


2. Perspektiven

Unter diesem Gliederungspunkt werden Prinzipien aufgenommen, die für die Arbeit der Integrierten Gesamtschule Bad Oldesloe in weiterer Zukunft Bedeutung erlangen können.

Leitthemen sind ein Element der Öffnung des Unterrichts. Dabei werden unterrichtlich Themen vermittelt, für die die einzelnen Fächer methodische und sachliche Zugänge beisteuern. Mit diesen Leitthemen sollen Kooperationsformen gestärkt werden, Zusammenschau ermöglicht und dem ganzheitlichen Anspruch der Schule Rechnung getragen werden. Unterricht findet zu Leitthemen in der Regel nach Stundenplan statt.

Lebenspraktischer Unterricht kann eine Bereicherung der Arbeit der Schule werden. Vorstellbar wäre die Auseinandersetzung mit der Wirtschaft im Alltag, mit ökologischen Verhaltensweisen oder mit dem Konfliktpotenzial im familiären Bereich.